Der
alte Kettenhund
Ich
bin allein, es ist schon Nacht und stille wird´s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.
Er
liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Bett bewache seine Ruh´.
Die
Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt,
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die
Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüßt´mein Herr auch, was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.
Die
Nacht ist lang,
zum zehnten Mal leck´ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.
Die
Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück
und nie werd ich sie los.
Was
Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So
lieg ich, warte auf den Tod, denn dieser macht mich frei...
Verfasser unbekannt |